Vor Kurzem haben wir angekündigt, dass Bareos an inkrementellen Backups für virtuelle Maschinen unter Proxmox VE arbeitet. Der Beitrag hat viel Aufmerksamkeit bekommen.
Deshalb wollten wir uns das größere Bild etwas genauer ansehen. Warum bekommt Proxmox gerade so viel Aufmerksamkeit? Warum ziehen immer mehr Unternehmen Proxmox für ihre Produktivumgebungen in Betracht? Und warum werden inkrementelle Backups wichtiger, wenn die VM-Umgebung wächst?

Warum Proxmox?
Proxmox ist nicht neu.
Das Projekt gibt es schon seit vielen Jahren. Verändert hat sich vor allem der Virtualisierungsmarkt.
Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom haben Änderungen bei Lizenzierung und Produktpaketen viele Unternehmen dazu gebracht, sich wieder nach Alternativen umzusehen. VMware ist weiterhin eine wichtige Enterprise-Virtualisierungsplattform und für viele Unternehmen nach wie vor die richtige Wahl. Einige Nutzer stellen sich aber eine einfache Frage: Brauchen wir wirklich den kompletten VMware-Stack für unsere Anforderungen?
Proxmox ist dabei einer der Namen, die sehr häufig genannt werden. Die Plattform ist Open Source und kombiniert KVM-VMs, LXC-Container, Clustering, Storage und webbasiertes Management in einer Lösung.
Warum inkrementelle Backups wichtig sind
Ein paar VMs zu betreiben ist eine Sache. Dutzende oder Hunderte produktive VMs zu sichern ist etwas anderes.
Bei einem vollständigen VM-Backup muss die komplette virtuelle Festplatte erneut verarbeitet werden. Wenn eine VM 2 TB groß ist und sich seit dem letzten Backup nur 40 GB geändert haben, ist es nicht besonders effizient, jedes Mal die vollen 2 TB zu verarbeiten.
Genau hier helfen inkrementelle Backups. Nach dem ersten vollständigen Backup müssen nur noch die geänderten Daten verarbeitet werden.
Das bedeutet weniger Daten, die gelesen und übertragen werden müssen und normalerweise auch kürzere Backup-Jobs. Besonders bei großen VMs und häufigen Backups wird dieser Vorteil deutlich.
Proxmox-Backup und gemischte Umgebungen
Proxmox bietet mit Proxmox Backup Server eine eigene Backup-Lösung, die speziell für Proxmox-Umgebungen entwickelt wurde und bereits inkrementelle Backups unterstützt.
Viele Infrastrukturen bestehen aber nicht nur aus Proxmox. Dazu können auch physische Linux- und Windows-Systeme, VMware oder Hyper-V, Datenbanken und Tape gehören.
In solchen Umgebungen kann es sinnvoll sein, Proxmox zusammen mit dem Rest der Infrastruktur über eine gemeinsame Backup-Plattform zu verwalten.
Wo Bareos ins Spiel kommt
Mit Bareos 25 kam die Unterstützung für Proxmox VE hinzu. Das Proxmox-Plugin kann KVM-VMs und LXC-Container sichern, ohne dass in jedem Gast ein Bareos-Agent installiert werden muss. VMs können direkt nach Proxmox zurückgesichert oder als lokale Dump-Dateien exportiert werden. Mit Bareos 25 handelt es sich dabei um vollständige VM-Backups.
Inkrementelle Proxmox-VM-Backups stehen auf der Roadmap für Bareos 26, das voraussichtlich im November 2026 erscheint. Die neue Funktion arbeitet mit geänderten Blöcken. Nach dem ersten vollständigen Backup erkennt Bareos, welche Blöcke sich verändert haben und verarbeitet beim nächsten Backup nur diese Änderungen.
Das Grundprinzip ist dasselbe, das Bareos bereits für inkrementelle VM-Backups mit VMware und Microsoft Hyper-V verwendet.